Neugestaltung der Hauptstraße in Herxheim

Unsere Hauptstraße im Ortskern soll im Rahmen der Städtebauförderung neu gestaltet werden. Das Konzept hierzu wurde im September im 1. Entwurf Ortsgemeinderat vorgestellt, nun fand die 2. Entwurfsvorstellung statt. Details hierzu findet ihr im RIS.

Die Entwurfsplanung sieht neben Aufplasterungen auch Parkplätze entlang der Hauptstraße vor, die zu erheblichen Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer führen.

Deshalb ist unsere Stellungnahme in der Sitzung des OGR wie folgt:

„Das Ziel eines Konzeptes für die Umgestaltung der Hauptstraße war, oder sollte sein, ein lebenswertes Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität zu schaffen und die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu
verbessern.
Die derzeitige Situation ist die, dass die vorrangig dem Autoverkehr untergeordnete Hauptstraße den Ortskern wie eine Barriere durchschneidet. Um die Aufenthaltsqualität im Zentrum zu erhöhen ist eine Verkehrsberuhigung durch Verlangsamung oder Verdrängung des Verkehrs auf die Ortsrandstraße notwendig.
Dieses Ziel versucht man durch Aufpflasterungen zu erreichen, was grundsätzlich auch funktionieren kann. Die hohe Anzahl (4) und die Länge bzw. Kürze der Aufpflasterungen führt aber zu höheren Lärmemissionen
beim Auf – und Abfahren der Fahrzeuge und schmälert somit eher die Aufenthaltsqualität. Weniger und längere Aufpflasterungen laut Konzeptvariante II oder gar eine durchgehende Pflasterung zwischen den
beiden Ampeln wären da vorteilhafter. Dass sich dann Autofahrer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten kann man einfach, effektiv, und auch noch einträglich (Herxheimweyher: 476.000 €, April-Dezember 2025) durch einen stationären Blitzer erreichen.
Will man den Ziel- und Quellverkehr reduzieren, braucht es eine deutliche Verbesserung für die Sicherheit der Radfahrer im Straßenraum, die die kurzen innerörtlichen Wege für Besorgungen gerne nutzen.
Es gibt zwar den Klingbachradweg als gute Ost West Verbindung, die Nutzung der Hauptstraße und besonders im Zentrum sind aber für Radfahrer eher als gefährlich einzustufen. Die Umgestaltung der
Hauptstraße bringt hier keine Verbesserung – im Gegenteil das Auf – und Abfahren der 4 Aufpflasterungen birgt eher noch Sturzgefahren, vor allem für Ungeübte, für Kinder und besonders für Kinder in Kindersitzen oder
Fahrradanhängern.
Gehwege für Fußgänger sollen zwar die gesetzliche Mindestbreite erhalten, aber werden in ihrer räumlichen Ausdehnung immer wieder durch Parkflächen eingeengt.

Die paralell zur Fahrbahn parkenden Autos stören Sichtbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmern und verschlechtern die Sicherheit der Schwächsten, der Fußgänger,
vornehmlich beim Überqueren der Fahrbahn.


Für Herxheim gibt es ein funktionierendes Parkraumkonzept in zweiter Reihe: Das Parkdeck vor den Gemeindewerken, Parkplätze in der Napoleonsgasse, hinter dem Rathaus, vor dem Haus der Begegnung,
vor und hinter der Festhalle oder um den Kirchberg bedeuten immer noch kurze Wege zu Zielen im Zentrum. Aus diesem Grund stören Parkplätze entlang der Hauptstraße nur den Verkehrsfluss und wie gesagt sind der
Sicherheit abträglich. Es ist uns völlig unverständlich, wie man in so einem Bereich alte und überkommene verkehrspolitische dem Autoverkehr untergeordnete städtebauliche „Verschlimmbesserungen“ umsetzen will
Der Attraktivität des Zentrums würde es guttun, anstelle von Parkplätzen mehr für das innerörtliche Kleinklima und mehr für Klimaanpassung zu tun und dass mehr Parkplätze entlang der Hauptstraße wirklich das
Einkaufsverhalten positiver beeinflussen als ein attraktives Stadtbild darf gerne von konservativer, rückwärtsgewandter Verkehrspolitik gebetsmühlenartig wiederholt werden, es bleiben trotzdem Argumente von vorgestern.
Ich möchte jetzt nicht auf jeden Stellplatz, jedes Tiefbeet oder jeden
Baumstandort eingehen. Die Gründe und Argumente sind genannt – unsere Fraktion kann dem
vorgestellten Plan so nicht zustimmen.
Schade, dass man die gegebene Chance nicht besser nutzt!“


Gerd Müller für die Fraktion der Grünen im Ortsgemeinderat Herxheim.